April 17, 2019

Mit der „Strawpocalypse“ erweckte der kanadische Künstler Benjamin Von Wong in Zusammenarbeit mit Zero Waste Saigon, Starbucks Vietnam und dem Entwickler Keppel Land viel Aufmerksamkeit für das aktuell sensible Thema Plastik. Die Installation zeigt zwei Wellen – gebaut aus 168.000 in Vietnam gesammelten Plastikstrohhalmen. Installationen, Videos und Aktionen wie diese erregen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und haben nur ein Ziel: uns aufzuwecken. Uns zu zeigen, wo wir stehen, was wir ändern müssen und wohin die Reise geht.

Wenig bekannt ist hierzulande die Kampagne „Die Glorreichen 17“, welche die Bundesregierung zur Bekanntmachung der UN-Nachhaltigkeitsziele initiiert hat. Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, die Privatwirtschaft, die Wissenschaft und an uns - die Zivilgesellschaft.

Die fünf Kernbotschaften, auf denen die Agenda 2030 basiert, sind die fünf P’s:

Menschen (People) – Armut und Hunger soll in allen Formen und Dimensionen ein Ende gesetzt werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass alle Menschen ihr Potential in Würde und Gleichheit sowie in einer gesunden Umwelt voll entfalten können.

Planet – Der Planet soll vor Schädigung geschützt werden, unter anderem durch nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion, die nachhaltige Bewirtschaftung seiner natürlichen Ressourcen und umgehende Maßnahmen gegen den Klimawandel, damit die Erde die Bedürfnisse der heutigen und der kommenden Generationen decken kann.

Wohlstand (Prosperity) – Alle Menschen sollen ein von Wohlstand geprägtes und erfülltes Leben genießen können. Der wirtschaftliche, soziale und technische Fortschritt soll sich in Harmonie mit der Natur vollziehen.

Frieden (Peace) – Friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften, die frei von Furcht und Gewalt sind, sollen gefördert werden. Ohne Frieden kann es keine nachhaltige Entwicklung geben und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden.

Partnerschaft (Partnership) – Die für die Umsetzung dieser Agenda benötigten Mittel sollen durch eine mit neuem Leben erfüllte Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mobilisiert werden, die auf einem Geist verstärkter globaler Solidarität gründet, insbesondere auf die Bedürfnisse der Ärmsten und Schwächsten ausgerichtet ist und an der sich alle Länder, alle Interessenträger und alle Menschen beteiligen.

Gestartet wurde die Kampagne der glorreichen 17, um die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 und ihre Bedeutung für ein menschenwürdiges Leben, die Zukunft unseres Planeten und demzufolge die Zukunft jedes Einzelnen zu unterstreichen. Denn unser Planet könnte nachhaltig geschützt werden, wenn alle 193 Mitgliedstaaten die 17 Ziele ernsthaft verfolgen.

Mit 17 Zielen und 169 Unterzielen ist die Agenda sehr umfangreich. Neben dem Kampf gegen den weltweiten Hunger wollen die SDGs auch Armut und die Diskriminierung von Frauen beseitigen. Weitere Ziele sind unter anderem: Bildung für alle, der Schutz des Klimas und der Biodiversität sowie mehr Engagement für Frieden und Rechtsstaatlichkeit. „Die Glorreichen 17“ sollen die Neugier auf Nachhaltigkeit wecken und zum Mitmachen anregen.

Eines der Ziele ist eine gesunde Umwelt durch Reduktion von 55 % des im Jahr 2005 gemessenen Emissionsausstoßes. Dazu gibt es in Oslo, Hamburg und anderen Städten testweise die Installation von „grünen Wänden“. Diese bestehen aus einer speziellen Mooskultur und haben die gleiche Luftreinigungsleistung wie 275 Bäume. Mehr Informationen zu diesem und weiteren Projekten gibt es in diesem Video.

Die Agenda 2030 läuft nun seit vier Jahren - hehre Ziele wurden gesetzt und große Worte wurden gesprochen. Damit nicht nur leere Worte bleiben, gibt es einen Überprüfungsmechanismus: das HLPF (High Level Political Forum on Sustainable Development). Dieses Gremium trifft sich jedes Jahr im Juli und soll für einen Austausch an Erfahrungen und Berichten sorgen. Fortschritte können hier verfolgt werden.

Aktuell besteht beispielsweise Handlungsbedarf bei der Finanzierung für nachhaltige Entwicklungen, bei der Entwicklung integrierter Ansätze, um Wechselwirkungen besser zu berücksichtigen, aber auch bei der stärkeren Bewusstseinsbildung und Vermittlung der Agenda in der Bevölkerung – bei uns. Es bleibt zu hoffen, dass die Ziele der Agenda 2030 gehört und umgesetzt werden.

 

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